Projekt Schafmobil
Hühnermobile oder Weideunterstände für andere Nutztiere sind oft zu sehen. Eher selten ein vollwertiger mobiler Schafstall auf einer Lafette (LKW-Anhänger für Wechselbrücken).
Umso spannender war das Projekt. Größte Herausforderung: Das Anbringen der Rahmenkonstruktion an die bestehende Wechselbrücke.
Unsere Schafe
Unsere Schafe sind von der Rasse Coburger Fuchsschafe. Es ist eine alte Landschafsrasse, die anspruchslos und widerstandsfähig sich genügen lässt. Die Schafe kommen in erster Linie zur Landschaftspflege vieler Streuobstwiesen zum Einsatz.
Eine Besonderheit der Rasse ist die Farbe des Fells bzw. der Wolle. Das Fell ist dunkelbraun und die Wolle goldbraun mit rotbraunen Färbungen. Die Lämmer sind zu Beginn rotbraun und hellen mit der Zeit auf. Die süßen Lämmer sind sehr zutraulich und lassen sich gerne streicheln.
Die Wolle ist mit 33-36 Mikron ideal zum Handspinnen, Weben und Filzen geeignet. Außerdem ist Schafwolle ein sehr guter natürlicher Langzeitdünger.
Das Fleisch der Coburger Fuchslämmer ist besonders schmackhaft. Dadurch, dass die Lämmer wenige Wochen nach der Geburt dauerhaft auf der Weide sind, ist die Qualität sehr gut. Man kann es als biologisches Weidelamm bezeichnen.
Das Schafjahr
Unsere Mutterschafe lammen im Regelfall im Januar und Februar. Wenige Wochen später geht es je nach Witterung mit der Weidezeit los.
Von März bis November sind die Schafe ohne Stall und rund um die Uhr auf der Weide. Die Weidenflächen werden mit einem Elektrozaun umzäunt. Die Schafe suchen sich vor Sonne, Regen und Wind Schutz unter Bäumen und hinter Sträuchern/Hecken. Auf der Weide gibt es immer frisches Wasser und Minerallecksteine. Die Weideflächen werden je nach Größe und Grasbestand sowie Witterung etwa alle 3-4 Wochen gewechselt.
Auf der Weide genießen die Schafe frisches Gras, Kräuter und Blätter von Sträuchern und Hecken sowie Fallobst.
In den Übergangsmonate März und November sind die Schafe im Regelfall auf der Winterweide beim Schafmobil und können frei wählen zwischen Stall und Weide. Ab Dezember sind die Schafe dann bis zum Ablammen überwiegend im Stall. Dort gibt es Heu, Kraftfutter sowie Kräuter und Äpfel als Ergänzung. Wie auf der Weide stehen frisches Wasser und Minerallecksteine zur Verfügung.
Körperbau und Verdauung
tbd
4 Mägen -> Pansen, Netzmagen (Sotieren zum Wiederkäuen), Blättermagen, Labmagen
Fütterung der Schafe
Das primäre Futter der Schafe ist frisches Gras direkt von der Weide. Über die Wintermonate ist aufgrund der Witterungsverhältnisse dies nicht immer möglich. Das Gras wächst nicht mehr, die Schafe fressen dicht über der Grasnarbe, das Risiko für einen Wurmbefall steigt. Des weiteren werden Laufwege matschig und die Klauen setzten sich mit nasser Erde zu. Bleibt diese Erde haften steigt das Infektionsrisiko unter Luftabschluss drastisch an.
Je nach Witterung werden die Schafe zunächst nachts oder bei einer Regenperiode ganz in den Stall gebracht. Hier gibt es dann hauptsächlich Heu. In den Wintermonaten wird die Zufütterung außerdem mit Kraftfutter (Hafer-Gerste-Erbsen Mischung gequetscht) biologischer Herkunft gesteigert, da im Regelfall die Mutterschafe trächtig sind. Neben dem Heu und dem Kraftfutter bekommen die Schafe gelegentlich getrocknete Kräuter wie Salbei, Schafgarbe, Ringelblumen und Malve.
In den Weidenmonaten ist je nach Grasbestand die Zufütterung mit Heu gering. Kraftfutter bekommen jetzt nur noch ausschließlich Lämmer für ein gesundes Wachstum.
Frisches und sauberes Wasser steht den Schafen sowohl im Stall als auch auf der Weide zur Verfügung. An den Wasserstellen sind außerdem Salzlecksteine für die Mineralstoffversorgung angebracht. Trächtige Schafe bekommen in den letzten beiden Trächtigkeitsmonaten zudem noch Mineralfutter in das Kraftfutter gemischt.
Zur Fütterung aus der Hand bekommen die Schafe manchmal Apfelschnitze und Mohrrüben oder auch trockenes Brot.
Lammzeit
Bei unseren Schafen gibt es im Regelfall zwei Rittzeiten, Anfang August und Anfang September. Dadurch fallen die Ablammzeiten auf Anfang Januar bzw. Anfang Februar, wo die Schafe im Stall sind. Hier ist eine gezielte Fütterung und Kontrolle einfacher. Zudem ist es im Stall trocken und windgeschützt.
Für die Ablammungen gibt es im Stall flexible Buchten, in denen die Muttertiere die ersten paar Tage mit ihren Lämmern verbringen. Dadurch kann das Lamm einfacher Säugen und die Mutter-Kind Bindung wird gestärkt. Nach wenigen Tagen spielen die süßen Lämmer zusammen und toben durch den Stall. Anfang März geht es dann das erste Mal für die Lämmer auf die Weide. Hier erkunden sie die neue Welt und machen auch ihre erste (und wichtige) Erfahrung mit dem Elektrozaun.
Generell sind die Lämmer sehr neugierig und erkunden alle Winkel und Ecken. Außerdem beißen sie alles an. Schon nach wenigen Tagen nach der Geburt kauen sie auf Heu herum.
Stallhygiene
Die Einstreu im Stall besteht aus 3 Schichten. Zunächst eine dicke saugfähige Schicht aus trockenem Sägemehl. Darauf folgt eine Schicht Hobelspäne unterschiedlicher Größe. Eine Strohschicht schließt nun die Einstreu ab.
Der Stall wird im Regelfall 1 mal im Jahr ausgemistet. Wenn die Schafe Ende November in den Stall kommen ist er frisch eingestreut. Da die regelmäßige Zugabe von Stroh für eine ausreichende Erneuerung der Einstreu sorgt, ist kein Ausmisten nötig. Das Sägemehl und die Hobelspäne saugen den Urin auf. Der Kot ist sehr trocken und zerfällt mit der Zeit. Erst vor der Lammzeit wird einmal intensiv frisch überstreut. Wenige Woche nach der Lammzeit sind die Schafe im Regelfall wieder auf der Weide, dann wird der Stall ausgemistet und bleibt über den Sommer leer. Der Stall ist in dieser Zeit für die Schafe verwehrt und lüftet aus, dadurch können die seitlichen Kotbretter und der Boden vollständig trocken und auslüften. Je nach Bedarf wird der Stall desinfiziert.
Der Stall dient dann nur als Backup für kranke Schafe oder Unwetter.
Krankheiten
tbd
Wichtigste: Vorbeugung mit Weidemanagement
Häufige/schnell auftretende Probleme:
-- Klauenpflege
-- Moderhinke (Laufwege, Klauenpflege)
-- Endoparasiten
-- Ektoparasiten
Erzeugnisse der Schafhaltung
tbd
- Lammfleisch
- Schafsmilch
- Schafswolle
-- Rohwolle, Prozess zur Verarbeitung
-- Rohwolle und Wollpellets als Dünger, Wasserspeicher und Schneckenabwehr
- Schafsmist
Besonderheiten/Wissenswertes
tbd
- Bedeutung der Landschaftspflege
-- Wolle (Insekten und Samentransport)
-- Kot (Insekten, Lebensraum und Nahrung)
-- Bedeutung der Kräuter, Verhalten der Schafe
-- Pflanzenvielfalt auf natürlichen Wiesen (unterschied zu gedüngten Fettwiesen)